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Hauskatze

Beschreibung

Afrikanische Wildkatze
Abb.1 Falbkatze (Felis silvestris lybica)

Neben dem Hund ist die Katze wohl das Haustier, zu dem der Mensch die engste emotionale Beziehung entwickelt hat. Die Domestizierung ist bis in das 8. Jt. v. Chr. zurückzuverfolgen. Die Abstammungsverhältnisse der Hauskatzen gelten heute als weithin geklärt. Alle rezenten Rassen der Hauskatze lassen sich auf die Wildkatze (Felis silvestris) zurückführen, die sich in verschiedene Gruppen aufteilt. Von allen Wildkatzengruppen zeigt die Hauskatze in vielen Merkmalen die engste Beziehung zu den Falbkatzen. In Europa, wo sie erst im 1. Jt. v. Chr. auftrat, sind mehrfach lokale Einkreuzungen von Waldwildkatzen anzunehmen. Dadurch wurde sie im Typ plumper. Nach Nordeuropa und Germanien gelangte sie dann mit den Römern(1). Seit dieser Zeit darf man die Hauskatze als festen Bestandteil der europäischen Haustierfauna sehen.

Die mittelalterliche Katze war schlanker und zierlicher als die heutige Hauskatze und hatte auch andere Proportionen. Sie war kurzbeiniger und hatte eine kleinere Kopf-Rumpf-Länge als heutige Tiere. Die Langhaarmutation bei Katzen kam bereits im Mittelalter vor. Die Türkisch Angora gilt genetisch als eine der ältesten bekannten langhaarigen Katzen. Eine echte Rassezüchtung trat bei den Hauskatzen erst vor gut 200 Jahren ein.

Haltung

Die Nahrung der Hauskatze besteht aus Nagetieren, kleinen Vögel und Reptilien. Sie verträgt aber auch anderes Fleisch und von Menschen zubereitete Nahrung.

Die Katze ist ein Schleich- und Lauerjäger, der alleine bei Dämmerung und des Nachts jagt. Eine gemeinschaftliche Jagdweise kommt nicht vor. Auf den Gehöften und Dörfern bildeten die Katzen bei meist loser Bindung an den Menschen kleine selbständige Gruppen, die aus Weibchen und deren Jungen und eventuell Katern bestand. Viele Kater liefen als Einzelgänger herum. Im städtischen Bereich und in höheren Gesellschaftsschichten war die Bindung an den Menschen enger. Dort wurde sie als Heim- und Schoßtier gehalten und mit menschlicher Nahrung gefüttert, wie Beispiele aus Schleswig und Haithabu zeigen.

In ländlicher Lebensweise bekommt die Hauskatze normalerweise einmal im Jahr Nachwuchs. Die bevorzugte Paarungszeit der Katzen ist März bis Mai. Nach einer Tragzeit von 63 – 70 Tagen kommen die Jungen zur Welt, Die Wurfgröße liegt zwischen drei bis zehn Tieren. Die Jungen werden von den Weibchen der Gruppe gemeinsam aufgezogen. Zwischen dem vierten bis zwölften Lebensmonat sind die Jungen geschlechtsreif und haben dann eine Lebenserwartung von ein bis vier Jahren.

Nutzung

Die Katze wurde in erster Linie zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt. Ihre Jagd auf Nagetiere zum Schutz der menschlichen Vorräte war wohl auch der Grund für ihre Domestikation. Der Wert einer Katze hing stark von ihrer Jagdfähigkeit ab.

Das Katzenfell wurde zum einen als Heilmittel gegen Rheuma oder Gicht verwendet, zum anderen diente es als Material für Bekleidung und Taschen. Auch Katzenleder fand Verwendung.

Maus als Jagdbeute

Auch das Fleisch der Katzen war genießbar. Es wurde manchmal medizinisch eingesetzt oder in Hungerzeiten verzehrt. Hildegard von Bingen und andere Naturkundlichen rieten von Verzehr ab, da es giftig sein sollte.

Wie es scheint wurde die Hauskatze in vornehmen Kreisen als Schoßtier oder Spielgefährte gehalten. Dort verlor sie ihre Bedeutung als Mäusejäger.

Anmerkung:
(1) So fanden sich in einer kaiserzeitlichen Siedlung in Hildesheim-Bavenstedt die Überreste einer Katze.

Bildquellen:
Abb.2 und die Maus: British Library, Additional Ms. 11283, England 1170, Foliant 15r.

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