Die Form des Schildes, und somit des Schildblattes, war rund. Im Querschnitt war es flach, nicht gewölbt, wenn auch bildliche Darstellungen und Funde
von Schildbuckeln und Schildfesseln diese Vermutung zulassen. Möglicherweise gab es eine leichte Biegung in horizontaler Ebene, die auf Grund der
Konstruktion aus verleimten Planken entstand. Diese Biegung konnte im Kampf von Vorteil sein, da sie die gegnerische Waffe vom Körper ablenkt. Eine
vertikale Wölbung würde dagegen ein Schwert gegen Kopf oder Beine ablenken.
Der Durchmesser des Schildblattes war nicht standartisiert. Er war der Kampfweise und der Größe des Kämpfers angepasst. Durch Funde, bei denen
sich Durchmesser rekonstruieren ließ ergaben sich Maße zwischen 80cm und 105cm.
Zentral in der Mitte (mit Ausnahmen) befand sich die Aussparung für die Hand und die Schildfessel. Die Aussparung konnte rund, rund mit Einschnürung
in der Mitte oder D-förmig sein. Es gibt auch Funde, bei denen bestand die Aussparung aus zwei Löchern. Dadurch war der Schildgriff integriert mit
dem Schildblatt.
Zur zusätzlichen Stabilisierung war das Schildblatt innen, außen oder innen und außen mit Leder bezogen. Dabei handelte es sich um pflanzlich
gegerbtes Rindsleder, Cuir Bouilli oder ev. Rohleder. Es gibt auch Hinweise von Stoff als Bezugsmaterial.
In wieweit Holz und Leder verziert waren, lässt sich meist nicht nachweisen, da in vielen Fällen nur die Dekorationsteile aus Metall erhalten
geblieben sind. Mögliche Dekorationen konntenn durch färben, bemalen, prägen oder Ziernähte entstehen.
Konstruktion
Das Schildblatt war aus flach oder tangential aus dem Baumstamm gesägten/geschlagenen Planken zusammengesetzt. Für die Anzahl der verwendeten
Planken gab es keine Regel. Mindestens bestand es us drei Stück. Alle Planken verliefen in gleicher Faserichtung - in Längsrichtung. In den
meissten Fällen war die Dicke der Planken unter 1cm (z.B. Oberflacht 0,7cm). Die Schildfessel war quer zur
Faserrichtung angebracht.
Die Planken waren Stoß an Stoß verleimt. Einen Nachweis von speerholzartig verleimtem Holz, wie es die Römer verwandten, gibt es nicht.
Archäologisch ist noch nicht nachgewiesen, ob zur zusätzlichen Stabilisierung Dübel, Nut-Feder-Konstruktionen oder Querstäbe aus Holz
verwendet wurde. Metallteile, die die Planken zusätzlich zusammenhalten, wurden nicht gefunden, außer man interpretiert die Befestigung der
langen Schildfesseln in dieser Weise. Auf Grund der Dünne der Planken erscheint eine Benutzung von Dübeln oder Nut-Feder-Konstruktionen allein
ohne zusätzliche Verleimung unwahrscheinlich, da dies die Planken noch dünner macht. Dagegen erhöht ein aufgeleimter Lederbezug die
Stabilität des Schildes.
Schildumrandung
Die Umrandung eines Schildes bestand entweder aus Leder, Rohhaut, Cuir Bouilli oder Metall. Im letzteren Fall bestand es entweder Eisen oder eine Kupferlegierung.
Lederumrandungen waren, wie auf Abbildungen zu sehen, eventuell verziehrt. Archäologisch gibt es keine Belege dafür. In einigen Fällen wurde
das Leder des Schildblattes über den Rand gezogen. Die Umrandung war vernäht (wie beim Gokstad Fund) und eventuell verklebt. Bei der Rekonstruktion des
Schildes von Rullstorf geht man von einem genagelten Rand aus.
Handelte es sich um eine Metallumrandung, so war die Verzierung entweder geprägt oder gepunzt. Die Umrandung hatte die Form eines U-Profils oder
Streifens. Diese waren angenietet oder über Metallclips befestigt (wie in Sutton Hoo). Auch nur Metallclips als Umrandung sind bekannt.
Ob es auch Schilde ohne Randversträrkung gab, ist nicht sicher nachzuweisen.
Schildbuckel
Der Schildbuckel war aus Eisen getrieben und auf das Schildblatt genietet. Die Form des Buckels war zeitlich und örtlich unterschiedlich. Im
sächsischenn Raum des 7ten und 8ten Jahrhunderts ist die Form der Halbkugel vorherrschend. Einige Schildbuckel zeigen an Hand von Reparaturspuren, das
sie mehrfach verwendet wurden.
Der Rand des Schildbuckels war im gestreckten Winkel and der Buckelwölbung angesetzt, in einer Abeichung von 5 bis 12 Grad vom rechten Winkel. Dies
ist kein Zeichen dafür, dass der Buckel auf einem
gewölbten Schild befestigt war, sondern diente zur sicheren Befestigung auf dem Schildblatt. Durch den Winkel arbeitet der genietete Rand wie eine Feder gegen
das Schildblatt.
Der Buckel wurde durch Eisennieten, mit Unterlegscheiben auf der Rückseite, am Schildblatt befestigt – meist mit fünf Stück. Die Köpfe der
Nieten waren teilweise versilbert oder vergoldet. Eine andere Methode der Befestigung war die Verwendung von Eisennägel, die auf der Rückseite
des Schildes umgeschlagen wurden.
Schildfessel(Griff)
Die Schildfessel bestand aus zwei Teilen, dem Griff under der eigentlichen Fessel. Die Fessel bestand aus Eisen und konnte unterschiedliche Form und
Länge haben. Die kurzen Fesseln überdeckten gerade das Griffloch, die Langen können konnten bis zu 50cm lang sein. Die kurzen Fesseln waren von
an den Enden gerade oder verbreitert, um dort Platz für die Nieten zu bieten. Sie waren mit zwei oder vier Nieten am Schildblatt befestigt. Bei
längeren Fesseln wurden auch mehr Nieten verwand. Soweit archäologisch zu erkennen ist, wurde die Schildfessel vor dem Buckel auf dem Schild
befestigt.
Im Bereich des Griffloches waren die Seiten der Schildfessel hochgebogen, um den eigentlichen Griff zu umfassen. Dieser bestand entweder aus Holz, Knochen
oder Stoff und konnte, zum besseren Halt, mit Stoff- oder Lederstreifen umwickelt sein. Der Griff befand sich in einer Ebene mit dem Schildblatt und konnte
sogar aus der Mittelplanke herausgearbeitet sein. Der Griff war im rechten Winkel zur Maserung der Mittelplanke und meist nicht mittig zum Griffloch
angebracht. Letzteres ermöglichte eine bessere Trageweise.
Tragweise
Das Schild wurde mit einer Hand an der Schildfessel getragen. Es gibt keine Nachweise für zusätzliche Riemen zur Hand- oder Armtragweise.
Abgesehen davon zeigen sich archäologisch und in Manuskriptdarstellungen mehrere Tragweisen. Die Schilde wurden mit einem Riemen geschultert oder auf
dem Rücken getragen. Der Riemen, der verknotet oder mit einer Schnalle geschlossen sein konnte, wurde entweder durch die Schildfessel und/oder
“Ösen” gezogen. Diese “Ösen” waren an der Nähe des Schildrandes angebracht und bestanden entweder aus festgenieteten
Metallstreifen, die in der Mitte geknickt waren oder aus komplexeren Lösungen von vernieteten Grundplatte auf denen Bögen oder Ringen befestigt
waren. Das dabei verwendete Material war Eisen oder Bronze.
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Einen Schild selbst bauen
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Man nehme ca. 10mm starke Bretter aus heimischen Laubholz, einen Schildbuckel, Schildnägel, eine Schildfessel und etwas Rohhaut... |
...verleime die Bretter miteinander, sägt das ganze rund und ein Griffloch hinein. |
Querriegel werden darauf genagelt und die Schildfessel wird angepasst. |
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In den Handgriff wird ein Stück Holz eingepasst... |
..mit Leder umwickelt und in das Griffloch eingesetzt. Natürlich sollte das Holz vorher auch mit Öl behandelt werden. |
Der Schildbuckel wird angepasst, aber noch nicht festgenagelt, denn.. |
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..zuerst muss noch die Rohhaut auf die Vorderseite gebracht werden. Erst dann wird der Schildbuckel aufgesetzt. |
Die Rohaut wird auf der Rückseite vernäht. Fertig !! |
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