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Scotelingo - der Sachsen Gau

Der Name unserer Gruppe, bzw. der Name des alten Sachsen Gaues Scotelingo hat nichts mit keltischen Skoten, eurasischen Skyten oder ähnlichem zu tun. Auch hat es nichts schottisches an sich, auch wenn man beim ersten Lesen vermutlich daran denken könnte.

Die Sachsen im frühen Mittelalter hatten keine straffe politische Einheit. Sie kannten keinen König oder ein ständiges Regierungsoberhaupt. Das ganze Land war in etwa 80 bis 100 kleine Gaue eingeteilt, in denen politische und rechtliche Angelegenheiten durch die Godinge geregelt wurden. Bei Bedarf versammelten sich die freien Männer zu diesem Volksgericht unter freiem Himmel.
Goding: go = Gau; ding = thing = Versammlung

Zwischen Rheden und Empne (Gronau/Leine) verlief die Grenze zwischen dem Aringau (Rheden) und dem Valotungau (Empne). Östlich der Leine lag der Gudingau (mit dem Ort Godenau). Der Flenithigau erstreckte sich entlang des Flusses Lamme und entlang der Nette, der heute noch bekannte Ambergau. Die Hildesheimer Börde war der Ostfalengau (Astfala, Hastfala). Zwischen der Leine und der Innerste befand sich der Scotelingau (Scotelingo).

Scotelin bedeutet übersetzt soviel wie "Schüsselchen". Demnach ist der Name unseres Gaues mit "Schüsselgau" zu übersetzen. Dieses ist mit der geographischen Lage erklärbar. Zu diesem Gau gehörten die heutigen Dörfer Emmerke, Himmelsthür, Sorsum, Groß- und Klein Escherde, Groß- und Klein Giesen, Giften und Barnten.

Karte
Abb.3

Urkundlich wird Scotelingo erstmalig im Jahre 854 erwähnt. Das in unserem Gau liegende Dorf Emmerke wird in einem Güterverzeichnis des Klosters Corvey unter der Nummer 218 als "Ammarki in Scotelingen" genannt.

Weitere Schreibweisen von Scotelingo sind: Scotilingo, Scoteliugen, Scotelingen, Scotelingon und Skotelingon.


Literatur- und Quellenangabe:
Bartels, Heinrich - Nordstemmen, Von der Vorzeit bis zur Gegenwart, (vollendet 1983 durch Berker, Adelheid und Wagner, Irene.)
Dahms, Thomas und Klages, Paloma - Unsere Region Hildesheim, Heimat mit Weltkulturerbe, 2015
Möller, Bernhard - Klein Escherde 750 Jahre, Der kleinste Ort im güldenen Winkel, 2007
Steinbach, Werner - Geschichte von Groß– und Klein Escherde, Teil 1: Urgeschichte, Teil 2: Mittelalter, 1985

Bildquellen:
Abb.1: Barner, Wilhelm - Heimatatlas des Kreises Alfeld (Teil 1, Seite 30)

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