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Home ----> Religion VorwortNoch im 21. Jahrhundert ist die germanische Mythologie von einer Aura des Geheimnisvollen umgeben. Beigetragen haben dazu vor allem spätere Zeiten, die die heidnischen Glaubensformen entweder verteufelten oder wiederzubeleben versuchten.
Wenn man heute an die germanische Mythologie denkt, erinnert man sich vermutlich zunächst an die Edda von Snorri Sturluson (1178 - 1241). Schließlich gilt diese als wichtigste Quelle für die altnordische Mythologie. Sie schildert Götter- und Heldensagen, die bis in das 9. Jahrhundert zurückgehen. Ihr Schwerpunkt liegt auf dem sog. Kennigar, Umschreibungen, die dazu dienen, die Götter auf immer neue Weise durch ihre Eigenschaften und Taten mit Beinamen zu belegen. Man muß jedoch berücksichtigen, das Snorri ein Mönch aus dem 13. Jahrhundert war, und somit nur bedingt die Verhältnisse des 9. und 10. Jahrhunderts wiedergeben konnte. Des weiteren ist zu beachten, daß bereits zum Ende des zehnten Jahrhunderts auch in Island das Christentum eingeführt wurde. Snorris Schilderungen wurden also mit einem christlichen Hintergrund geschrieben. Da wir hier die Götterwelt der Sachsen um 700 erklären möchten, sind die Ausführungen der Edda für uns leider nicht zu verwenden. Wir möchten uns demnach im folgenden nur mit den Göttern beschäftigen, die zu "unserer Zeit" belegbar waren oder für uns wichtig erscheinen An dieser Stelle sei aber mal die Frage erlaubt, warum ein Mann der christlichen Kirche - der zudem zur Zeit der Kreuzzüge lebt - Schriften über die alte germanische Mytologie verfasst, sammelt und zusammenführt. Die Antwort mag darin begründet sein, daß er als Mönch auch Forscher und Wissenschaftler war. Eine weitere Möglichkeit ist einem Buch von Walter Hansen "Die Ritter - Eine Reportage über das Mittelalter" (Verlag W. Ludwig 1976) zu entnehmen. Der Autor ist der Auffassung, daß die Einstellung des Rittertums zur christlichen Lehre sehr widersprüchlich war und das die germanische Mythologie zu dieser Zeit nach wie vor eine beträchtliche Konkurrenz zur katholischen Lehre darstellte. Sagen und Legenden von blutrünstigen Abgöttern, die weder Tod noch Teufel fürchteten, entsprachen dem kriegerischen Temperament der Ritter mehr als die mildtätige Lehre des Jesus von Nazareth. Und so war es dann wohl doch kein Zufall, daß die meisten Schlachten an einem Dienstag geführt wurden - dem Tag, der dem Kriegsgott Tyr geweiht ist! |
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Diese Seite ist zuletzt aktualisiert worden am: 23.11.2009 |
