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Amulette
DonarkeuleDer Ursprung solcher Anhänger begründet sich auf römische Vorbilder. Die Form des Amuletts ist einer stilisierten Darstellung der Keule des Herkules nachempfunden.
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ThorshammerFür den germanischen Raum gibt es nur sehr wenige Funde von „Thorshämmern“. Der Schwerpunkt der Thorshämmer liegt erst in der späteren Wikingerzeit in Skandinavien.
Die Funktion der skandinavischen Thorshämmer ist nicht komplett geklärt doch dienen sie offensichtlich einem Fruchtbarkeitszauber. Das lässt sich erschließen, da diese fast ausschließlich am Körper oder in der Grabfüllung von Frauengräbern gefunden wurden. | ||
TrudensteinEin Trudenstein ist eine Amulettform, die zum einen Schutz vor Quälgeistern versprach und zum anderen aber auch Fruchtbarkeit für Mensch und Tier bringen sollte. Auch heilkundige Frauen und Hebammen sollen derartige Steine mit sich geführt haben. | ||
Brakteaten
In den Jahrhunderten zwischen 400 und 700 sind zahlreiche Brakteaten (überwiegend in Dänemark, Schweden und Norwegen) aufgetreten. Hierbei handelt es sich um kleine (2,4- 3 cm Durchmesser) runde Schaumünzen, die nur einseitig in Goldfolie geprägt sind. Das Goldgewicht lag in der Regel bei etwa 4 Gramm. Fast alle dieser Brakteaten waren mit einer Öse ausgestattet, so dass man sie als Hängeschmuck tragen konnte. Etwa ein Drittel der gefundenen Brakteaten trugen Runeninschriften. Vorbilder der Brakteaten waren spätrömische Medaillons aus dem 3./4. Jahrhundert. Die einheimischen Nachahmungen können aber eindeutig als Amulette angesprochen werden. Dieses geht aus den Bilddarstellungen und den runischen Zauberwörtern (siehe weiter unten) eindeutig hervor. |
"Indiculus superstitionium et paganiarum" - Ein Verzeichnis heidnischer Handlungen
Der Text dieser Überlieferung ist in der gleichen Handschrift geschrieben wie das altsächsische Taufgelöbnis. Die lateinische Bezeichnung wurde jedoch erst im 17. Jahrhundert geschaffen. Zeitlich wird dieses Verzeichnis in die Zeit des Sachsenkrieges K.d.G. gesetzt. Einige Forscher vermuten jedoch eine frühere Entstehungszeit und bestreiten den Bezug zu den Sachsen. Fest steht jedoch, dass hier Handlungen und Bräuche aufgezählt werden, die nach dem Willen der Geistlichkeit ausgerottet werden sollen. Die Rede ist von Totengesängen oder Totenbeschwörungen, von Zauberbräuchen die entweder Nutzen oder Schaden bringen sollten, von Versuchen die Zukunft zu erforschen oder gar dem Mond zu helfen seinen Glanz zurück zu erlangen, wenn er verfinstert war. Auch war es gotteslästerlich, während des Gottesdienstes in der Nähe der Kirche zu singen und zu tanzen. Die Namen der heidnischen Götter werden hier nicht erwähnt. Es werden lediglich die lateinischen Namen Merkur und Jupiter genannt. Man kann aber davon ausgehen, dass hier die germanischen Götter Wodan und Thor/ Donar angesprochen werden.
Hexen, Zauberer und Dämonen - Heidnische Handlungen in der "Capitulatio de partibus Saxnoniae"
Im 8. Jahrhundert waren die Missionare der Ansicht, dass die Sachsen sich überall mit Magie und Zauber umgaben. In seiner „Capitulatio de partibus Saxoniae“ (Erstes sächsisches Königsgesetz) schrieb Karl der Große im Jahr 782:
"6. Wenn jemand vom Teufel getäuscht nach Sitte der Heiden glaubt, dass irgendein Mann oder eine Frau eine Hexe sei und Menschen isst und er sie deshalb verbrennt oder ihr Fleisch zum Essen gibt oder sie isst, werde er mit dem Tode bestraft".
"9. Wenn jemand einen Mann dem Teufel opfert und nach Sitte der Heiden den Dämonen als Opfer darbringt, sterbe er des Todes".
"23. Wir setzen fest, dass man Weissager und Zauberer den Kirchen und Pfarrern überliefern soll".
Derartige Gesetze können auf der einen Seite zwar gut begründet sein, andererseits auch eher vorsorglichen Hintergrund haben. Schliesslich kannten die Christen okkulte Dinge bereits aus dem alten Testament (z.B. 5.Buch Moses 18, 10-11) und haben hier schon mal Verbote angeordnet, obwohl sie nicht genau wussten, ob die Sachsen solche Handlungen ausübten oder nicht.
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| Szene aus dem Stuttarter Psalter (9. Jahrhundert) |
Als heidnischen Brauch sah die Capitulatio die Feuerbestattung an und bedrohte sie im Abschnitt 7 mit der Todesstrafe.
"7. Wenn jemand den Körper eines verstorbenen Mannes nach dem Brauch der Heiden durch Feuer verzehren lässt und seine Gebeine zu Asche macht, werde er mit dem Tode bestraft.“
Allerdings waren Leichenverbrennungen zur Zeit Karls des Großen im heidnischen Sachsen nicht allgemein üblich. Bereits vor K.d.G. sind häufig Körperbestattungen von Heiden durchgeführt worden.
Runische Zauberwörter
Runen sind seit dem 2. Jahrhundert im norddeutschen und südskandinavischen Raum nachweisbar. Vermutlich wurden sie auf Anregung durch die lateinische Schrift von schriftkundigen Germanen entwickelt. Die Runen stellten keine Gebrauchsschrift dar, sondern fanden vor allem im religiös - magischen Bereich Anwendung. Bei den Runen handelt es sich um eine Lautschrift, bei der einzelne Zeichen auch für bestimmte Begriffe standen.
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| FUQARZI auf der Silberfibel von Beuchte |
Auf einigen der bereits beschriebenen Brakteaten stehen runische Zauberwörter. Besonders oft sind die Wörter “laþu“ (Einladung), “laukaR“ (Heilung), “alu“ (Schutz) und “ota“ (Furcht) zu finden. Auch die bekannte Abbreviatur der Runenreihe, eben "fuþark" wird oft erwähnt.
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| Die silberne RAUZWI Scheibe aus dem Föderatengrab M8/A1, Liebenau |
Auf einer Schmuckbrosche aus dem 6. Jahrhundert, der Silberfibel von Beuchte, sind zwei Runeninschriften. Eine dieser Inschriften lautet: “fuqarzj“. „Fuqar“ dürfte hier ebenfalls den Anfang der Runenreihe darstellen, die die magische Wirkung der Runen, meistens als Heil- oder Glückwünsche auf die Fibel, bzw. seinen Besitzer übertragen sollte. Die andere Inschrift gibt den Namen des Runenmeisters wieder. Also auch die Macht und die Kraft des Runenmeisters sollte Einfluss auf die jenseitige Welt nehmen.
Von besonderer Bedeutung ist auch eine silberne Runenscheibe, die im Körpergrab M8/A1 in Liebenau gefunden wurde. Hier ist das Wort “rauzwi“ eingeritzt, was übersetzt etwa „dem Speere geweiht“ bedeutet. Handelte es sich hier um einen Wodan- Krieger?
Zaubersprüche
Bei den meissten Zaubersprüchen handelte es sich um Heilungszauber. Diese wurden gesprochen oder auch gesungen. Der zweite Merseburger Zauberspruch beschreibt die Heilung eines Pferdes durch Wodan. Im ersten geht es um die Befreiung eines Gefangenen. Die Merseburger Zaubersprüche wurden erst im 10. Jahrhundert aufgezeichnet, sind aber wahrscheinlich noch vor 750 entstanden. Gegen Wurmbefall half der Tegernseer Wurmsegen, der uns aus dem 9. Jahrhundert überliefert ist. Hier wurde die Krankheit auf einen Gegenstand (Pfeilspitze) übertragen.
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Erster Merseburger Zauberspruch
Eiris sazun idisi, sazun hera duoder.
suma hapt heptidun, suma heri lezidun,
suma clubodun umbi cuoniouuidi:
insprinc haptbandun, inuar uigandun.
Einst saßen Idisen, saßen nieder hier und dort.
Die hefteten Hafte, die hemmten das Heer,
die entflochten Gliedern den Fesseln:
"Entspring den Banden, entflieh den Feinden!".
Zweiter Merseburger Zauberspruch
Phol ende uuodan uuorun zi holza.
du uuart demo balderes uolon sin uuoz birenkit.
thu biguol en sinthgunt, sunna era suister,
thu biguol en friia, uolla era suister,
thu biguol en uuodan, so he uuola conda:
sose benrenki, sose bluotrenki,
sose lidirenki:
ben zi bena, bluot zi bluoda,
lid zi geliden, sose gelimida sin.
Phol und Wodan fuhren zu Walde.
Da ward dem Fohlen Balders sein Fuss verrenkt.
Da besprachen ihn Sinthgund und Sunna, ihre Schwester,
da besprachen ihn Frija und Volla, ihre Schwester,
da besprach ihn Wodan, wie er's wohl verstand:
So Beinverrenkung, so Blutverrenkung,
so Gliedverrenkung: Bein zu Beine, Blut zu Blute,
Glied zu Glieden, als wenn sie geleimet wären.
Tegernseer Wurmsegen
Gang uz, Nesso, mit niun nessinchilinon
uz fonna marge in deo adra, vonna den adrun in daz fleisk,
fonna demu fleiske in daz fel, fonna demo velle in diz tulli.
Ter pater noster.
Fahre aus, Wurm, mit den neun Würmchen,
aus dem Mark in die Ader, aus der Ader in das Fleisch,
aus dem Fleisch in die Haut, aus der Haut in diese Pfeilspitze.
Drei Pater noster.
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Diese Seite ist zuletzt aktualisiert worden am: 13.03.2011 |







